21.01.2017
News

Premiere in der TanzFaktur Wir werden überwacht! . Antje Velsinger und ihre neue Produktion “Let’s face it!”

©Margaux Weiss

 

 

 

Premiere in der TanzFaktur
Wir werden überwacht!

 

.
Antje Velsinger und ihre neue Produktion

 

“Let’s face it!”

 

 

Ankündigung des Veranstalters:

 

Am Freitag, 3. Februar 2017, 20 h, kommt Antje Velsingers neues Stück “Let’s face it!” in der TanzFaktur in Köln-Deutz zur Uraufführung. Eine weitere Vorstellung ist am Samstag, 4. Februar, ebenfalls um 20 h, zu sehen.

 

Velsinger beschäftigt sich in ihrer Produktion mit den zweifelhaften Errungenschaften der Überwachungsmöglichkeiten, denen wir mittlerweile gegenüberstehen.
„LET’S FACE IT!“ – wir werden überwacht. Doch wie gehen wir mit der alltäglichen Überwachung durch Videokameras oder Gesichtserkennungssoftware um? Brauchen wir einen Körper ohne Gesicht – oder vielleicht viele Gesichter ohne identifizierbaren Körper?

 

Das Tanzsolo „LET’S FACE IT!“ greift diese aktuellen Fragen auf und entwirft einen utopischen Körper, der kein Gesicht und doch wieder sehr viele Gesichter besitzt – und so eine eindeutige Identität verweigert. Hierbei spielt „LET’S FACE IT!“ mit verschiedenen Perspektiven auf das menschliche Gesicht und lässt interessante Momente des Wechselspiels entstehen, zwischen Identifikation und Entfremdung, zwischen Subjekt und Objekt, zwischen ein Gesicht haben und kein Gesicht haben.

21.01.2017
News

YOU ALLOW ME TO BE MOVED Malin Gebken, Valérie Kommer, Marianne Lindow 28. JANUAR 20 UHR TANZFAKTUR

©Alessandro De Matteis

 

 

YOU ALLOW ME TO BE MOVED

 

Malin Gebken, Valérie Kommer, Marianne Lindow

 

28. UND 29. JANUAR 20 UHR TANZFAKTUR

 

 

Ankündigung des Veranstalters:

 

Wie kann der Tanz, seiner Natur nach flüchtig, da zeitbasiert, mit einem Werk der Bildenden Kunst, dessen Materialität fassbar und dauerhaft ist, verbunden werden? Können sich beide Disziplinen ergänzen oder gar miteinander verschmelzen?

 

Im Rahmen des interdisziplinären Projektes You allow me To Be – moved erforschen Ma Va Ma Moves mögliche Synergien zwischen Installation und Tanztheater; stellvertretend, in einer so erschaffenen neuen künstlerischen Ausdrucksform suchen sie nach einer Möglichkeit des Zusammenlebens trotz unterschiedlicher kultureller Hintergründe, trotz Vereinzelung auf dem Weg zur Selbstverwirklichung, trotz einer Welt, die zunehmend chaotischer und überwältigender wird.

 

Den ersten Anknüpfungspunkt für das Projekt „You allow me To Be – moved“ stellen die 29 lebensgroßen von der Bildenden Künstlerin Marianne Lindow genähten Puppen dar. Diese Puppen sind gesichtslos, sie unterscheiden sich durch ihre verschiedenen Materialitäten, die bestimmt sind durch unterschiedlich gestaltete Stoffe: Uni in Schwarz, Weiß, Rosa, Bunt. Durch die Körper, die Stimmen und Geschichten von Puppen und den sieben Performerinnen entstehen bewegende, musische und ruhende Momente, die die Zuschauer und -Hörerinnen von verschiedenen Ebenen aus einladen, nachzuspüren, einzutauchen.

 

Was geschieht in unserem Leben, das zunehmend vielfältiger wird durch die Vermischung von unterschiedlichen Kulturen? Welche Konflikte sind universell, welche individuell? Welches ist unser gemeinsamer Nenner?
Wir erlauben es uns, Fragen zu stellen, und darauf Antworten und vielleicht auch: keine zu finden…

 

CREDITS:
Idee: Marianne Lindow

Konzept und künstlerische Leitung:  Malin Gebken, Valérie Kommer, Marianne Lindow – Choreographie: Valérie Kommer in Zusammenarbeit mit den  Darstellerinnen: Charlotte Brohmeyer, Lisa Freudenthal, Malin Gebken, Katharina Geyer, Marianne Lindow, Shan-Li Peng und Niloufar Shahisavandi

20.01.2017
deutsch: kritiken / interviews, News

Gegen das Vergessen Nachtkritik des Tanzmonuments „Jáchymov“ von Tanzwerke Vanek Preuß Besprechung der gerade zu Ende gegangenen Premiere in der Brotfabrik Bonn von KLAUS KEIL

©Meike Lindek

 

 

Gegen das Vergessen

Nachtkritik des Tanzmonuments „Jáchymov“ von Tanzwerke Vanek Preuß

 

 

Besprechung der gerade zu Ende gegangenen Premiere in der Brotfabrik Bonn
von KLAUS KEIL

 

 

Historische Orte werden in der Öffentlichkeit am liebsten positiv konnotiert: Schlösser, Kirchen, Kathedralen. Unsere Republik ist voll davon. Doch es gibt auch historische Orte, die übergeht man oder geht achtlos an ihnen vorbei. Meist sind es Orte ohne wahrnehmbare Überreste, aber dennoch außerordentlich geschichtsträchtig. Solch einen Ort der Vergessenheit zu entreißen haben sich Vanek und Preuß in ihrer neuen Inszenierung vorgenommen, die sie ein `Tanzmonument´ nennen. Dass sich noch vor der Premiere eine Zeitzeugin dazu meldete, belegt, wie wichtig solche Rückbesinnungen sind.

 

Das Stück errichtet also ein Monument der Erinnerung an die wechselvolle Geschichte des tschechischen Ortes Jáchymov, der dieser Inszenierung auch den Titel gab: Jáchymov – Die Macht aus der Tiefe.

 

Karel Vanek (Regie, Choreografie) und Guido Preuß (Konzept, Dramaturgie, musikalische Leitung) spannen dabei einen Bogen von den Silberbergwerken des sechzehnten bis zu den Uranminen des 20. Jahrhunderts, die den Rohstoff für Hiroshima und Tschernobyl lieferten. Dazu gehörten aber auch die Radon-Heilbäder, Marie Curie, später der Krieg und als Folge die Vertreibung der Deutschen.

 

©Meike Lindek

 

 

Eine wechselvolle Geschichte, intensiv und weltgeschichtlich nachhaltig. Um dieses historische Konvolut zu bändigen bedarf es anderer Herangehensweisen. Vanek und Preuß inszenieren die geschichtlichen Brüche indem sie das Stück selbst mehrfach brechen, sprich: unterbrechen.

 

Mitten in der Szene unterbricht die Regie aus dem Off: zu melancholisch. Preuß spielt gerade Chopins Nocturnes, gekonnt, einfühlsam und, tatsächlich, sehr melancholisch. Vor allem, weil die vorherige Szene dem Zuschauer so beklemmend nah gekommen ist, dass die Spannung fast greifbar ist. Da liegen die vier Tänzerinnen und Tänzer in der Dunkelheit eines Bergwerkstollens am Boden, nur ein sich endlos wiederholender Wassertropfen durchbricht die Finsternis, mit Händen um sich tastend, Orientierung suchend, sich vergewissernd: lebe ich noch, bin ich allein oder sind da noch andere. Sie bäumen sich auf, gehen in den Schwebesitz, und zeigen damit, wie fragil ihre Existenz ist, sie kippen weg, finden einen synchronen Rhythmus, der sie alle im gleichen Schicksal gefangen sieht. Das sind starke Momente der Inszenierung, die gebrochen werden müssen, um die Wirkung zu erhalten und nicht in Schwermut zu verfallen. Also ein „Stop“ von Vanek in der Regie, Licht an, und Preuß auf der Bühne nimmt das Mikro, kommentiert und kontert in seiner gewohnt flapsigen Art, sucht humorvoll Bezüge vom heutigen Kurhotel Radium Palace in Jáchymov über Lars von Triers Film Melancholia bis hin zu den Atombomben-Tests in der Wüste Nevadas.

 

©Meike Lindek

 

 

Das bringt viel notwendige Information, da ohnehin auf der Bühne nicht darstellbar, und es entspannt kurz vor Grenzüberschreitung die düstere Szenerie. Schließlich lassen sich auch ernste Inhalte unterhaltsam vermitteln ohne sie zu verharmlosen. Also synchronisieren und adaptieren sie, beschreiben und moderieren sie in diesen Kunstpausen ihr nächstes Thema. Mit diesem dramaturgischen Trick wird die Inszenierung trotz der mehrfachen Unterbrechungen doch zu einem geschlossenen Ganzen.

 

Wenn so individualistisch wie hier inszeniert wird, dann versteht sich von selbst, dass auch die Tänzerinnen und Tänzer ihre individuellen Fähigkeiten mit einbringen müssen. Ihre eindrucksvollen Soli, Duos und Gruppenformationen bewegen sich immer ganz nah am Thema. Zu fernen, leisen Streichern beeindruckt Michelle Cheung mit einem Tanz, dessen einzelne Bewegungen wie Chiffren des Leids im Raum stehen. Iorhanne Da Cunha schwimmt liegend gegen das Ertrinken an, spielt klagend die Violine, steht im Handstand, während Preuß sie als Marie Curie interviewt. Wer stellt hier was auf den Kopf? Und Tobias Weikamp sucht wild und kraftvoll nach einem Ausweg, den es für die meisten Gefangenen in den Bergwerken Jáchymovs nie gab. Als Zwangsarbeiter schufteten sie erst für die Nazis, dann für die Sowjets beim Uranabbau. Welch herbe Parodie also, wenn die vier Protagonisten die kommunistische Internationale „Wacht auf, Verdammte dieser Erde…“ unausweichlich bis zur letzten Strophe singen. Ein Kampflied, sicher, aber diesmal eines gegen das Vergessen. Immerhin errichtet die Stadt Jáchymov eines der Todeslager als Mahnmal. Also noch ein Monument. Was wohl die Zeitzeugin dazu sagt?

 

Folgetermine: Brotfabrik Bonn 20. und 21.Januar jeweils 20 Uhr

 

Regie/ Choreografie: Karel Vanek – Tanz/ Performance: Michelle Cheung, Iorhanne Da Cunha, Guido Preuß, Tobias Weikamp – Musikalische Leitung:Guido Preuß – Konzept: Guido Preuß, Karel Vanek – Kostüme: Melanie Riester – Lichtdesign: Markus Becker
Produktion: Tanzwerke Vanek Preuß, Brotfabrik Bühne Bonn, ALT@art Prag, Theater Felina Areal Mannheim

29.12.2016
News

André Jolles / 687performance: INTER_View – Termine: 10./11. Februar 2017, 20:00 Uhr – Kunsthaus Rhenania

 

 

André Jolles / 687performance

INTER_View

 

Termine: 10./11. Februar 2017, 20:00 Uhr

 

Kunsthaus Rhenania, Bayenstraße 28, 50678 Köln

 

Ankündigung des Veranstalters:

 

Inter_View ist der Blick dazwischen, das Lesen zwischen den Zeilen. In der Recherche über Wort und Bewegung liegt der Treffpunkt nicht im theatralen Ausdruck, sondern in der Assoziation des Zuschauers. Die TänzerInnen unterscheidet: ihr Alter, ihre Erfahrungen und ihre Lebenskonzepte. Sie verbindet: ihre Worte, ihre Aufzeichnungen und ihre Tagebucheinträge – über die Liebe. Der Abend ist ein Zusammentreffen zur Hausmusik, zu verstehen als ein Musizieren in der Familie – Zuschauer und Tänzer bilden eine soziale Gemeinschaft. Eine tänzerische und musikalische Betätigung in einem nicht öffentlichen Raum.

Dauer : 60 Minuten

 

Konzept/Regie: André Jolles // Kreation und Tanz: Lisa Freudenthal, Hanna Nürnberg, André Jolles // Musik / Komposition: Simon Rummel // Text-Dramaturgie: Frederike Bohr // Regie u. Choreografische Assistenz: Andrea Bleikamp, Bibiana Jimenez // Lichtdesign: Gregor Weber/André Jolles // P&Ö: mechtild tellmann kulturmanagement.

Eine Produktion von 687 performance in Kooperation mit tanz.tausch festival. Gefördert durch: Kulturamt der Stadt Köln, das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

 

Eintrittspreise: 14 € Normal / 9 € Ermäßigt – Ticketreservierungen: 0221 16910644 – Email:andrejolles@hotmail.com – Tel: 0221 16910644

19.12.2016
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19.12.2016
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TANZGASTSPIELE AM SCHAUSPIEL KÖLN Water Between Three Hands DANCE ON 27. und 28.Januar jeweils 20 Uhr; Depot 2

©dance on

 

 

TANZGASTSPIELE AM SCHAUSPIEL KÖLN

Water Between Three Hands

DANCE ON

27. und 28.Januar jeweils 20 Uhr; Depot 2

 

 

Ankündigung des Veranstalters:

 

»Water Between Three Hands«begreift den Körper als surrealistisches Objekt und huldigt ihm mit den Mittelnvon Sprache und Bewegung.» Süddeutsche Zeitung, 25.4.2016

 

Was wäre, wenn herausragende Tänzer nicht mit 40 Jahren aufhören würden, auf der Bühne ihre große Kunst zu zeigen? Wenn ihr Können und ihre Erfahrung der Tanzwelt und dem Publikum erhalten blieben? Es gibt kaum Choreografien, die den veränderten physischen Bedingungen älterer Tänzergerecht werden, und nur wenige Kompanien, die Tänzer über 40 beschäftigen. Weil bisher auf den Bühnen allein junge Körper mit Schönheit und Virtuosität assoziiert werden, entwickelt »DANCE ON« eine richtungsweisende Perspektive für die Entfaltung und Präsentation des künstlerischen Potentials reifer Tänzer. Mit Christopher Roman konnte der ehemalige stellvertretende Direktor der Forsythe Company als Künstlerischer Leiter des Ensembles gewonnen werden. Im Verlauf dernächsten zwei Jahre kreiert die Kompanie mit einer Reihe herausragender Choreografen und Regisseure die »DANCE ON 1. EDITION» mit bisher dreiProduktionen im Jahr 2016. »Water Between Three Hands« ist die zweiteProduktion der »DANCE ON 1. EDITION». Sterben, Verschwinden, Abschiednehmen sind Prozesse des Übergangs zur Abwesenheit. Man verliert etwas, jemanden, sich selbst. Doch zugleich bleibt das, was verloren gegangen ist, und schreibt sich in unser Gedächtnis ein. Wir tanzen auf den Spuren eines existierenden Bildes, sammeln Fragmente, versuchen ein Ganzes zu sehen, das nicht existiert. Wir tragen Wasser, das durch unsere Hände rinnt. Wenn es keinen Anfang gibt, dann gibt es auch kein Ende, keine Grenze, keine Hierarchie. In seiner ersten Arbeit mit Tänzern beschäftigt sich Rabih Mroué mit dem Wechselspiel zwischen An- und Abwesenheit, Realität und Fiktion. Die Körper der Darsteller sind dabei die Orte, an denen sich diese fraglichen Abgrenzungen als Sedimente ablagern.

 

 

Rabih Mroué ist ein in Berlin lebender Künstler, Schauspieler und Regisseur, dessen Werk Bildende Kunst, Performance und Theater verbindet. Im Wechselspiel zwischen Realität und Fiktion nutzt Mroué Dokumente, Videomaterial, Fotografien und Objekte, um die Autorität von vermeintlich feststehenden Gewissheiten zu hinterfragen. Er ist Mitbegründer und Vorstandsmitglied der »Beirut Art Center Association (BAC), Mitherausgeberder TDR: »The Drama Review« (NYC) sowie Regisseur an den Münchner Kammerspielen. Von 2012 bis 2015 ist er Fellow des Internationalen Forschungszentrums» Verflechtungen von Theaterkulturen« in Berlin. Zu seinen aktuellen Bühnenarbeiten gehören »Ode to Joy« (2015), »Riding on a cloud« (2013) und mit Lina Majdalanie zusammen »33 RPM and a Few Seconds« (2012). Seine letzten Ausstellungen sind u.a. »MoMA« (New York, 2015), »Mestna Galerija« (Ljubljana, 2014), »SALT« (Istanbul, 2014), »CA2M« (Madrid, 2013) und »dOCUMENTA (13)« (Kassel, 2012).

 

 

Koproduktion: Kampnagel, Hamburg, tanzhaus nrw Düsseldorf Dance On ist eine Initiative der DIEHL+RITTER gUG, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Konzept/Regie: Rabih Mroué
In künstlerischer Zusammenarbeit mit und von: Ty Boomershine, Amancio Gonzales, Brit Rodemund,Christopher Roman, Jone San Martin, Ami Shulman
Live-Musik/Komposition: Philipp Danzeisen
Licht: Benjamin Schälike

 

27.01.2017 | 20.00 | KARTEN KAUFEN
28.01.2017 | 20.00 | KARTEN KAUFEN